Manuelle Lymphdrainage
Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um eine spezielle Massagetechnik, mit der Lymphstauungen im Gewebe beseitigt werden können.
Grundlagen und Anwendung
Das Lymphgefäss-System des Körpers hat die Aufgabe, Flüssigkeit (Lymphe) aus dem Gewebe aufzunehmen und in Blutgefässe abzuleiten. Eine gestörte Funktionsfähigkeit dieses Drainagesystems – zum Beispiel infolge von Verletzungen oder nach Operationen – kann zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen führen. In der Folge entstehen Schwellungen (Ödeme).
Die manuelle Lymphdrainage wirkt als lösende Massnahme, mit deren Hilfe die Motorik der Lymphgefässe angeregt und der Abtransport überschüssiger Gewebsflüssigkeit erleichtert werden kann. Darüber hinaus hat die Lymphdrainage eine stark entspannende und beruhigende Wirkung auf den ganzen Körper und stärkt das Immunsystem.
Ursprung und Geschichte
Die Technik der manuellen Lymphdrainage geht auf den dänischen Masseur und Physiotherapeuten Dr. Emil Vodder zurück. Während seiner Tätigkeit als Masseur stellte Vodder Anfang der 1930er-Jahre fest, dass er chronische Erkältungskrankheiten durch eine vorsichtige Massage der geschwollenen Lymphknoten am Hals heilen konnte.
Ausgehend von diesen Erfahrungen entwickelte er die Methode der manuellen Lymphdrainage. 1936 stellte Vodder seine Methode auf der „Exposition de Beauté et Santé“ in Paris erstmals öffentlich vor, im Jahr 1958 gab er seinen ersten Kurs in manueller Lymphdrainage in Deutschland. Die Methode etablierte sich in den folgenden Jahren zunehmend, vor allem in Deutschland und in Österreich. Vodder gründete die „Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder“ und eine eigene Schule in Essen.
In den 1980er-Jahren wurden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband für Physikalische Therapie einheitliche Richtlinien für die Ausbildung in manueller Lymphdrainage festgelegt, die bis heute für eine Qualitätssicherung der Ausbildungen an deutschen und österreichischen Schulen sorgen. Die manuelle Lymphdrainage ist mittlerweile ein fester Bestandteil der physikalischen Therapie und wird vorwiegend von Masseuren und Physiotherapeuten angewendet.
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